Erdgas riecht jetzt schwefelfrei
Die Odorierung von Erdgas, also das Versetzen mit einem bestimmten Geruch, ist eine Sicherheitsvorkehrung der Gasversorger und gesetzlich vorgeschrieben. Damit sollen Kunden Lecks und austretendes Gas schnell bemerken, bevor es gefährlich wird. Denn Erdgas ist sehr sicher und nur bei einem ganz bestimmten Mischungsverhältnis mit Luft beziehungsweise Sauerstoff entzündlich. Der kritische Bereich liegt in einem geschlossenen Raum bei einer Erdgas-Konzentration von knapp 5 bis gut 16 Prozent. Der Geruch des Odorierungsmittels ist jedoch schon weit unterhalb der Explosionsgrenze bei einem Erdgasanteil von etwa 0,5 Prozent der Raumluft wahrnehmbar. So bleibt stets genügend Zeit, um richtig zu reagieren.
Seit dem 1. Mai 2009 nutzen die Stadtwerke Wunstorf eine schwefelfreie Beimischung auf Acrylatbasis als neuen Warngeruch. Künftig riecht das Erdgas deshalb eher wie Klebstoff oder Lösungsmittel. Das neue Odorierungsmittel löst damit das schwefelhaltige Tetrahydrothiophen (THT) ab, dessen Geruch an faule Eier erinnerte.
Besser für die Umwelt
Ausschlaggebend für die Umstellung waren die ökologischen Vorteile. Technisch und rechtlich wäre eine Umstellung erst in zwanzig Jahren zwingend gewesen. „Erdgas ist der klimaschonendste fossile Energieträger und hat sehr gute Umwelteigenschaften", sagt Henning Radant, der Geschäftsführer der Stadtwerke Wunstorf. „Durch den Verzicht auf Schwefel wird Erdgas in Wunstorf jetzt noch besser."
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