Pressemitteilung vom 18. März 2010

Viele Wunstorfer beziehen seit Anfang 2010 den Strom von den Stadtwerken Wunstorf. Verwundert stellen die meerstrom-Kunden nun fest, dass demnächst ein Mitarbeiter von Eon die Zählerstände ablesen will. Ist das nicht eine Aufgabe, die nach dem Wechsel den Stadtwerken Wunstorf zusteht? „Nein, wir sind der Stromlieferant - das Stromnetz in der Stadt gehört Tochterunternehmen von Eon", erklärt Henning Radant, Geschäftsführer der Stadtwerke Wunstorf, seit einigen Tagen verdutzten Kunden.
Der Gesetzgeber hat eine Trennung zwischen Netzbetrieb und Energielieferung erzwungen. Den meisten Kunden ist das zwar bisher kaum aufgefallen, aber die Energieversorger in Deutschland mussten sich dadurch in den letzten Jahren intern komplett neu aufstellen. „Der Wechsel des Stromlieferanten hat keinen Einfluss auf den Netzbetreiber - er muss für alle Lieferanten in gleicher Weise die Netzdienst¬leistungen erbringen", sagt Radant. Und zu den Pflichten des Netzbetreibers gehört nicht nur der Störungsdienst, sondern auch das Ablesen der Zähler. Der Stadtwerke-Chef weiter: „Die Stadtwerke Wunstorf bekommen dann die Zählerdaten vom Netzbetreiber übermittelt und auf dieser Basis erstellen wir die Jahresverbrauchsabrechnungen."
„Ich weiß, dass das für den Laien schwierig zu verstehen ist", sagt Radant. Daher hätten die Stadtwerke Wunstorf für die Kunden extra einen Merkzettel mit den Telefonnummern der zuständigen Störungsstellen gedruckt. Wer ihn noch nicht zugeschickt bekommen hat, kann die „Störungsannahmestellen-Telefonnummernübersicht" im Kundencenter der Stadtwerke Wunstorf abholen oder sich aus dem Internet herunterladen. Unter www.stadtwerke-wunstorf.de gibt es auch noch mehr Hinweise zu der Zählerablesung.
Das Ziel der Trennung: mehr Wettbewerb
Durch die Vorgaben aus Brüssel und Berlin haben Kunden bei Strom und Erdgas Verträge mit dem Netzbetreiber und mit dem Energie¬lieferanten. Hierdurch soll der Wettbewerb auf den Energiemärkten verbessert werden. „Das ist auch bei Erdgas so - es ist genau gesetzlich geregelt, was unsere Mitarbeiter aus dem Netzbereich mit den Mitarbeitern aus dem Kundenservice besprechen dürfen", berichtet Radant. Doch dort fiele den Kunden meist nicht auf, wenn sie zwei Ansprechpartner hätten, da beide bei den Stadtwerken Wunstorf arbeiten. Radant: „Wo immer möglich, leiten die Mitarbeiter die Anfragen und Wünsche der Kunden an die zuständigen Stellen weiter." Aber manchmal sei dies wegen der gesetzlichen Hürden nicht möglich. Und so kommt dieses Jahr ein Beauftragter von Eon auch ins Haus der meerstrom-Kunden.

zurück zur Übersicht