Pressemitteilung vom 20. August 2010

Licht und Schatten kennzeichnen die aktuelle Situation bei der Elektromobilität: Eine tolle Idee mit vielen Vorteilen auf der einen Seite - noch nicht praxistauglich für die Massenmobilität in Deutschland. Der Weg vom heutigen Benzin- oder Dieselauto zum Elektrofahrzeug ist noch weit. Dennoch arbeiten die Stadtwerke Wunstorf schon heute daran mit, dem Fahren mit Strom den nötigen Schub zu geben. „Elektromobilität ist ein großes Zukunftsthema - wir befassen uns daher intensiv damit und beteiligen uns an Projekten, die praxisnah sind", sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Henning Radant.
Die Schlagzeilen zum umweltschonenden Fahren mit Strom reißen nicht ab. Doch abseits der Magazin-Überschriften und Politikerworte ist von Elektromobilität noch nicht viel zu sehen. In Nischenanwendungen wie dem gerade in Betrieb genommenen Transporter Eco-Carrier für die Baubetriebshöfe Wunstorf und Sachsenhagen oder dem amerikanischen Sportwagen Tesla Roadster beweisen Elektrofahrzeuge zwar bereits ihr Können - Autos, die den Familienwagen ersetzen sind jedoch noch lange nicht praxisreif. Trotzdem prahlen die großen Energiekonzerne mit aufwendigen Prototypen-Tests.

Individuelle Lösungen in Arbeit

Die Stadtwerke Wunstorf nutzen dagegen die Nähe zu den Kunden und entwickeln passende Lösungen für Wunstorf und die Region am Steinhuder Meer. Erstes sichtbares Zeichen dafür war der Elektrotransporter, der von der Stadt Wunstorf und der Gemeinde Sachsenhagen gemeinsam eingesetzt wird. Im Hintergrund laufen die Planungen, wie bei Bauvorhaben im öffentlichen Raum die Voraussetzungen für die in Zukunft vielleicht notwendige Lade-Infrastruktur geschaffen werden kann. Und auch daran, wie der fürs umweltfreundliche Fahren erforderliche Naturstrom beschafft werden kann, arbeiteten die Stadtwerke Wunstorf. „Damit Elektrofahrzeuge klimaschonend gefahren werden können, müssen sie mit Naturstrom aufgeladen werden. Normalstrom aus Kohlekraftwerken führt dagegen normalerweise zu Emissionen, die denen von Diesel- oder Benzinfahrzeugen vergleichbar sind", betont Radant.
Doch auch der Einsatz einer Elektro-Fahrzeugflotte zeichnet sich ab. „Wir haben nach einer Anwendung gesucht, die praxisnah ist, von vielen Menschen genutzt werden kann und die regionale Wirtschaft unterstützt", berichtet der Stadtwerke-Chef. Mittlerweile gebe es erste konkrete Gespräche mit den potenziellen Projektpartnern. „Es sieht so aus, als könnten wir in Zusammenarbeit mit der Steinhuder Meer Tourismus GmbH in der kommenden Saison die Aufgabenbereiche Elektro-Mobilität und Freizeit am Steinhuder Meer eng verknüpfen - allerdings eher mit zwei Rädern als mit vier", deutet er an. Noch seien zwar Details und die Wirtschaftlichkeit nicht abschließend geklärt, es sehe jedoch sehr vielversprechend aus. „Wichtig ist allen Projektpartnern dabei, dass die Aspekte des Klima- und Umweltschutzes berücksichtigt werden und keine Alibi-Maßnahme umgesetzt wird", stellt Radant fest. Wenn das Projekt dann genügend Schwung entwickelt, sei denkbar, es auch in die Kernstadt von Wunstorf zu übertragen und auszuweiten.

Heute schon E-Mobilität: Erdgas

Nach Aussage von Experten sind für die Massenmobilität Elektrofahrzeuge mittelfristig noch keine Alternative. Langfristig läuft alles auf Elektromotoren hinaus, aber bis dahin werden sich auch die Basisfahrzeuge noch massiv ändern. „Dagegen bietet Erdgas als Kraftstoff wirtschaftlich und ökologisch schon heute mit praxistauglichen Serienfahrzeugen die richtige Lösung", hebt der Geschäftsführer der Stadtwerke Wunstorf hervor. Radant weiter: „Mit Erdgasfahrzeugen können Autofahrer bereits jetzt die Umweltbelastung deutlich minimieren." Auch andere Experten wie der ADAC vertreten diese Meinung. Aktuelle Vergleichstests mit derzeit verfügbaren Serienfahrzeugen sind für diese Aussagen das Fundament.

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