Pressemitteilung vom 20. Dezember 2012

Mit der Förderzusage über 250.000 Euro durch das Land Niedersachsen sind die Stadtwerke Wunstorf bei ihrem Erdwärme-Projekt einen großen Schritt vorangekommen. Denn dadurch kann im kommenden Jahr die Machbarkeitsstudie für die Versorgung des Fliegerhorst Wunstorf mit erneuerbarer Wärmeenergie begonnen werden.

„In der Region Wunstorf sind die Möglichkeiten für die Nutzung regenerativer Energien begrenzt", berichtet Henning Radant, Geschäftsführer der Stadtwerke Wunstorf. Wasserkraft scheitere an der Geologie, Windkraftanlagen dürften wegen des Fliegerhorstes kaum errichtet werden. Biomasse eigne sich aufgrund der Besiedlungs-strukturen nur bedingt zur ökologischen und wirtschaftlichen Energieversorgung und Solarstrom habe nicht die Grundlastfähigkeit, die zur sicheren Versorgung von Bevölkerung und Wirtschaft erforderlich ist. „Doch wie schon beim Kalibergbau, lohnt sich in Wunstorf ein Blick in die Tiefe", betont Radant. Die bisherigen Vorstudien und auch das kommunale Klimaschutzaktionsprogramm sehen in der Region die größten Potenziale bei der Erdwärme.

Gemeinsam mit den Bürgern

„Seit 2009 sind wir an dem Projekt aktiv dran", sagt Radant. „Es begann übrigens mit den Fragen von Wunstorfer Bürgern, ob man nicht die Wärme aus dem Kalischacht Sigmundshall nutzen könne." Seitdem hätten viele Gespräche mit Bürgern, Experten, der Wehrverwaltung und der Politik stattgefunden. „Es ging zwar nicht immer schnurstracks voran, doch das Ziel haben die Stadtwerke Wunstorf nie aus den Augen verloren: Die regenerative Energieversorgung in Wunstorf weiter auszubauen", betont der Stadtwerke-Chef. Für die Stadtwerke Wunstorf sei dabei wichtig, dass nicht ein schickes Vorzeigeprojekt umgesetzt wird, sondern dass das Vorhaben Vorteile für die Bürger, die Stadt und die Kunden hat.

„Aufgrund der sehr positiven Ergebnisse der Vorstudien haben uns die Experten dringend empfohlen, die Nutzung der Erdwärme weiter zu untersuchen", sagt der Versorgungsingenieur Radant. Mit der vom niedersächsischen Umweltminister Stefan Birkner persönlich überreichten Förderzusage geht es nun in die nächste Phase. „Einerseits untersuchen wir mit der Machbarkeitsstudie, ob die Temperaturen in der Zieltiefe von 1.700 Metern für eine wirtschaftliche Wärmeversorgung des Fliegerhorstes ausreichen werden. Andererseits soll überprüft werden, ob der Untergrund in der Tiefe zusätzlich auch als Wärmespeicher genutzt werden kann, da zusätzlich BHKW Anlagen für Strom und Wärme sorgen sollen. Die überschüssige Wärme im Sommer soll unterirdisch gespeichert werden.

Sehr gute Erfahrungen in Wunstorf

„Bei unserem Geothermie-Vorhaben können wir auf die guten Erfah-rungen anderer zurückgreifen", erklärt Radant. So sei die Beschaffen¬heit des Untergrunds aufgrund der langjährige Nutzung und Erforschung durch Kali & Salz sehr gut bekannt. „Bei den Verhandlungen mit der Bundeswehr nutzen wir die guten Kontakte zu den Stadtwer¬ken Munster, die ein ähnliches Vorhaben vor ein paar Jahren begonnen haben." Und da bei den geplanten Geothermie-Bohrungen auf jahrzehntelang erprobte Technik zurückgegriffen werde, seien die wirtschaftlichen Risiken für die Stadtwerke Wunstorf äußerst gering.
„Mit dem Projekt ‚Erdwärme für den Fliegerhorst Wunstorf‘ arbeiten die Stadtwerke Wunstorf vor Ort an der Energiewende zielstrebig mit", sagt Radant. Damit setze das Unternehmen die Erwartungen der Bürger und Kunden um.

 

zurück zur Übersicht